Battlefield Hardline im Test

von David 5 1 vor 2 Jahren am 11.04.2015
© Electronic Arts

Ob Battlefield Hardline einen ähnlich miserablen Start wie Battlefield 4 hingelegt hat oder ob der neuste Teil überhaupt etwas taugt, erfahrt ihr hier in unserem Test zum Shooter.

Nachdem der Release von Battlefield Hardline letztes Jahr verschoben wurde, ist der Multiplayer- Shooter nun im Handel erhältlich und das im neuen Gewand – Cops vs. Gangster. Hier im Test auf PS4 erfahrt ihr, was wir vom neusten Teil halten und ob die neue Räuber und Gendarm Thematik ebenso viel Spaß macht, wie auf dem großen Schlachtfeld der Vorgänger.

Story / Einzelspieler- Modus

Inspiriert ist die Story und somit Battlefield Hardline von Serien wie CSI, True Detective usw.. Daher haben die Entwickler auf echte Schauspieler als Hauptfiguren gesetzt, die eben schon in Serien mitgespielt haben wie ich sie nannte.

Im Singleplayer- Modus spielt ihr den Detective Nick Mendoza der aus bescheidenen Verhältnissen stammt und sich ehrlich nach oben arbeiten möchte. Begleitet werdet ihr während der Story unter anderem von Khai, einer Vietnamesin die in Los Angeles aufwuchs und kein Problem damit hat, auch mal schweren Jungs die Fresse zu polieren. Zudem begleitet euch später “Boomer”. Er ist ehemaliger Datenanalytiker der US- Arme und somit für die technischen Feinheiten zuständig.

BFH Screenshot Darsteller

Im Gegensatz zu den vorherigen Battlefield- Teilen, setzen die Entwickler von Battlefield Hardline alles erdenkliche ein, was ein Cop im Kampf gegen das Verbrechen einsetzen kann. Die Story besteht somit nicht nur aus wilden Rumgeballer, sondern setzt sehr auf taktisches Geschick.

Gegner werden beispielsweise mit hochgehaltener Marke und gezogener Waffe festgenommen oder einfach mit einem Teamer außer Gefecht gesetzt. Zudem sind Ablenkungsmanöver möglich, um Gruppen von Verbrechern voneinander zu trennen und diese letztlich einzeln auszuschalten. Dafür werden Patronenhülsen auf Punkte geworfen, die die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich zieht.

Grafisch gesehen ist der Story- Modus echt Klasse, die Entwickler lassen kein Detail aus. So wirken Dinge die man nur nebensächlich mitbekommt, bei näherer Betrachtung so fotorealistisch, dass man sich schon fragt, ob man so ein Kunstwerk überhaupt schaffen musste, welches vielleicht nur 20 Prozent der Spieler sehen.

BFH Screenshot Steak

Während der Hauptstory werden ebenfalls kleine Nebenfälle gelöst und Korruption aufgedeckt, mit Beweismittel die während der Story gesammelt werden. Also wildes von Punkt zu Punkt laufen ist nicht. Um Beweismittel zu sichern bekommt Nick einen Scanner. Mit diesen kann er nicht nur Beweismittel finden, sondern ebenfalls Gegner markieren, die dann auf der Minimap angezeigt werden, zudem werden diese auf Haftbefehl geprüfen. Werden gesuchte Gangster festgenommen und nicht einfach umgeschossen, winken extra Dollar.

Die Story ist im Großen und Ganzen linear, besteht aus 10 Episoden die jeweils mal kürzer, mal länger als eine Stunde ausfallen. Die Spielzeit kann somit bei 10 Stunden angepeilt werden. Wer die Story durch hat, bekommt den Hardline- Modus freigeschaltet, ein vierter Schwierigkeitsgrad der erst nach einmaligen beenden der Story spielbar ist.

Der Multiplayer-Part

Der Multiplayer- Modus, das Herzstück des Shootes. In puncto Stabilität kann ich gleich zu Beginn ein riesen Lob an die Entwickler aussprechen. Einfach top, mit der Battlefield 4 Pleite nicht zu vergleichen. Grafisch gesehen ist der Multiplayer aber nicht mit dem Story- Modus zu vergleichen, hier wurden ein paar Abstriche gemacht, insgesammt sieht es dennoch echt top aus.

Wir haben uns Extra die Zeit genommen bis wir unseren Battlefield Hardline- Test veröffentlichen, um den Multiplayer- Part ausgiebig zu zocken und natürlich zu sehen wie es mit Bugs und der genannten Stabilität aussieht.

Wie bei Battlefield 4 stehen in Battlefield Hardline wieder vier Klassen zur Auswahl: der Operator, Mechaniker, Enforcer und der Profi.

Der Operator ist der klassische Sturmsoldat oder auch Sanitäter wie man ihn aus Teilen der Battlefield- Reihe kennt. Sturmgewehr, Medikit und der Defibrillator zählen unter anderem zu seiner unverwechselbaren Ausstattung. Wer ihn aus Battlefield 4 kennt und gerne spielte, muss in Hardline auf den Granatwerfer verzichten, diesen hat nun der Mechaniker bekommen.

Der Mechaniker (Pionier - BF4) ist wieder primär mit MPs - Maschinenpistolen ausgestattet, bekommt in Hardline zwar den Granatwerfer in die Hand, muss dafür aber den Raketenwerfer abgeben. Er kann weiterhin Fahrzeuge reparieren und erhält zusätzlich eine Panzerung als Gadget Die Panzerung sowie die MP mit hoher Feuerrate und geringen Rückstoß machen ihn zu einer sehr starke Klasse.

Der Enforcer (Versorger - BF4) ist weiterhin der, der sein Team mit neuer Munition versorgt. Er bekommt primär Schrotflinten und Schnellfeuergewehre an die Hand, die Auswahl der Hauptwaffen hält sich im Gegensatz zu BF4 aber in Grenzen. Weiterhin ist er im Besitz von C4- Sprengstoff sowie dem Balistikschild. Benutzt der Enforcer das Balistikschild nicht, hängt es schützend am Rücken - klarer Vorteil bei Beschuss von hinter.

Die Vierte und letzte Klasse ist der “Profi” (Aufklärer - BF4). Diese Klasse ist weiterhin im Besitz von Scharfschützen- Waffen und somit für Maps mit weiten Distanzen gedacht. Als Gadgets bekommt er Laserminen, eine Kamera um Gegner auszuspähen sowie eine Lärmquellen-Falle, die falsche Waffengeräusche und falsche Spielersichtungen auf dem gegnerischen Radar erzeugt.

Einige neue Gadgets habe ich schon genannt. Mit Hardline führen die Entwickler zudem zwei weitere nennenswerten Gadgets ein, die allen Klassen zur Verfügung stehen. Zum einen den Kletterhaken um auf Gebäude zu klettern und zum anderen die Seilrutsche. Eine Übersicht aller Gadgets findet ihr hier auf der Battlefield Hardline- Webseite aufgelistet.

Die beliebteste Klasse von Battlefield dürfte seit jeher der Sturmsoldat sein, was sich mit Hardline wohl aber ändern wird. Wie ich erwähnte ist der Mechaniker eine starke Klasse, die selbst mich, den eisernen Sturmsolden, zum Wechsel bewegt. Die Spielbalance insgesamt haben die Entwickler gut hinbekommen, was auch schon die zweite Beta von Hardline zeigte.

Wie im Einzelspieler- Modus dreht sich ebenfalls im Multiplayer- Part alles um Cops und Gangster. So bekommt Hardline eben auch die passenden Maps, Modi und Fahrzeuge zum Szenario spendiert.

Zum Start stehen 9 Maps und 7 Spiel- Modi bereit. Unter anderem ist der neue Spiel- Modus Überfall zu nennen. Hier muss die Gangsterfraktion Tresorräume knacken und die Beute zu vordefinierten Zielen transportieren. Die Cops müssen dies natürlich verhindern, sowohl das Aufsprengen der Tresorräume als auch den Transport zur Abholzone. Je nach Map ist das Szenario verschieden. Um mal drei zu nennen: entweder müssen großen Banktresore geknackt werden oder nur kleine Tresorräume von Supermärkten oder Geldtransporter. Die Entwickler haben sich echt was einfallen lassen und nicht nur M-Com´s (Rush-Modus - Battlefield 4) in irgend eine Ecke gestellt.

Wenn wir schon bei M-Com´s sind. Der durchaus beliebte Rush-Modus aus Battlefield 4 ist Geschichte, diesen gibt es in Hardline nicht mehr. Überfall ist in meinen Augen aber ein ebenbürtiger Nachfolger der ebenso viel Spaß macht, wenn nicht gar mehr.

Gerade bei den neuen Spiel- Modi Überfall, Rettung und Fadenkreuz ist das Teamspiel besonders wichtig. Da es das Ziel ist, die Beute bzw. die Zielperson zu sichern. Daher sollte der betreffende Spieler mit dem Geldpaket, Geisel bzw. Kronzeugen von allen anderen Spielern geschützt und eskortiert werden. Die neuen Multiplayer- Modi´s von BFH sind daher im Gegensatz zu denen in BF4 noch mehr auf Strategie und Taktik ausgelegt.

Der neue Multiplayer- Modus “Hotwire” darf an dieser Stelle natürlich auch nicht fehlen. Bei Hotwire stehen ganz klar die Fahrzeuge des Titels im Fordergrund. Ziel: gegnerische Fahrzeuge zerstören und natürlich das gleichgesinnte Fußvolk ausschalten Dieser Modus ist laut den Entwickler besonders für Battlefield- Einsteiger interessant, da in Hotwire nicht nur Punkte durch Kills oder Gatgeds erzielt werden können, sondern eben auch mit Fahren. Fährt man schnell bzw. gleichmäßig genug ohne stehenzubleiben, sammelt man schnell viele Punkte.

Fahrzeugen dürfen in einem Battlefield- Teil natürlich nicht fehlen, hier kommen passend zur Thematik Muscle cars, SUVs, Hubschrauber, Motorräder und Boote zum Einsatz. Neu in Hardline sind die mobilen Spawn- Fahrzeuge (mobile Kommandozentrale), sowie je nach Map und Modi, Vans, Panzertrucks und sogar Tanklaster. Was es im Multiplayer von Battlefield Hardline nicht geben wird sind Panzer. Nur kurz im Singleplayer bekommen wir das Vergnügen diesen zu fahren.

BFH Screenshot Story Panzer

Abschließend zum Thema Maps, Modi und Fahrzeugen: ja, auch die altbekannten Spiel- Modi Eroberung und Team Deathmatch sind wieder mitdabei. Als letztes ist hier noch der Modus Blood Mony zu nennen (ähnlich dem klassischen “Capture the flag”- Spiel). Alle Maps (hier), sowie Spielmodi (hier) und Fahrzeuge (hier) findet ihr im Detail auf der Battlefield Hardline- Webseite.

Kommen wir zum Gameplay. Versprochen ist versprochen und tatsächlich, Battlefield Hardline ist ein dynamisches Spiel. Im Vergleich zu BF4 ist man in BFH noch flotter unterwegs, was echt viel Spaß macht. Hat man sich dann erst einmal eingespielt, die Waffen und die Maps kennengelernt, fängt der Spielspaß noch einmal richtig an.

Außerdem wieder am Start: Battlepacks, die mit Abzeichen, Boost usw. bestückt sind. Neu in Hardline ist, mit der verdienten In-Game- Kohle kann man sich diese nun auch kaufen sowie erhaltene Items verkaufen (In-Game Dollar).

Mein Fazit zu Hardline

Neues Szenario, neue Entwickler ein neues Battlefield. Und ja, ich finde Battlefield Hardline ist ein gelungenes Spiel. Der Schritt etwas Neues zu wagen haucht Battlefield frischen Wind ein und macht eben auch Vorfreude, wenn es wieder zu den Wurzeln geht.

Die Entwickler haben diesmal nichts dem Zufall überlassen, zwei offene Betas, enge Zusammenarbeit mit der Community und schon kann ein Battlefield- Start nicht besser laufen. So vergisst man gerne wie schlecht dieser bei Battlefield 4 war.

Der Einzelspieler- Modus hat echt viel Spaß gemacht, die Grafik war top sowie die Story. Ich würde mir sogar einige Fortsetzungen in Form neuer DLCs wünschen.

Battlefield: Hardline ist ein echt toller Multiplayer- Shooter der auch Monate nach Release noch Spaß machen wird.

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1 Kommentar
Robert vor 2 Jahren
In Stichpunkten (PS4-Konsolenversion):
- Singeplayer macht Laune, auch der Wiederspielfaktor ist gut (wird jedoch etwas getrübt, da man die z.T. langen Zwischensequenzen nicht überspringen kann).
- Grafik liefert das, was man sich für Battlefield 4 auf der Konsole gewünscht hat;)
- Multiplayer ist solide, aber aktuell viel zu hektisch. Teamplay ist derzeit praktisch für die Tonne, alle prescht nach vorne, von PTFO hat hier kaum jemand etwas gehört. Schade.
- Auto-Aim ist noch nicht sehr ausgewogen. Gerade mit den Sniper-Waffen kann man im Multiplayer praktisch nicht daneben zielen.
- Bonussystem ist noch mal unübersichtlicher geworden. Nicht schlimm, aber unnötig. Immerhin: Anders als noch mit Battlefield4 kann man seine Charaktere auch offline wieder in Ruhe konfigurieren.