Fitbit Charge HR im Test + Tipps

von David 4 0 vor 1 Jahr am 14.03.2016
© Fitbit

Knapp einen Monat habe ich den Fitbit-Fitnesstracker Charge HR nun im Einsatz und möchte meine Erfahrung mit euch teilen.

Der Fitbit Charge HR ist eher für Menschen gedacht, die es noch genauer wissen möchten was sie leisten, da der „Charge HR“ zudem über einen Herzfrequenzmesser verfügt. Aus diesem Grund habe ich mich für diesen entschieden und nicht für den fast Baugleichen „Charge“ der keinen Herzfrequenzmesser mit sich bringt und außerdem nicht viel günstiger ist.

So, nun haben ich kurz geklärt, warum ich mich für den Charge HR entschloss. Im nachfolgenden Abschnitt findest du meine persönliche Meinung zum Fitbit Charge HR.

Lieferumfang

Im Lieferumfang ist zum einen der Fitness-Tracker selbst enthalten sowie ein Ladekabel, welches aber recht kurz geraden ist. Ohne es gemessen zu haben und ich mein es mal gut, schätze ich es auf 20 - 25 cm.

Darüber hinaus ist ein Bluetooth-Dongle für den PC enthalten, damit Daten zwischen Tracker und PC kabellos synchronisiert werden können. Finde ich persönlich klasse, dass man hier solch einen Dongle gleich mitliefert. Zudem an Bord: eine Kurzbeschreibung und weitere Dokumente.

Fitbit Charge HR - Zubehör

Besondere Features

  • Herzfrequenzmesser (Kontinuierliche - 7/24)
  • Automatische Tracking-Funktion
  • Anrufer ID (Zeigt eingehende Anrufe)
  • Automatische Schlaferkennung + Alarme
  • Kabellose Synchronisierung via Bluetooth

Charge HR Größen (Handgelenkumfang)

  • S 13,7 - 15,7 cm
  • M 15,7 - 19,3 cm
  • XL 19,3 - 22,1 cm

Design / Verarbeitung

Wer es eher schlicht mag, der greift wie ich zum Charge HR in Schwarz. Der Tracker scheint wie aus einem Guss, wird über die Länge nur durch einen Klavierlackartigen Streifen unterbrochen, der eine ganze runde um den Tracker macht. Unter diesem „Streifen“ auf der Front befindet sich das Display, ein OLED-Display, von dem ich eher enttäuscht bin, denn es ist wie auf Produktbildern NICHT Weiß, sondern hat einen bläulichen Ton.

Fitbit Charge HR - Displayfarbe

Da es den Charge HR in anderen Farben gibt und somit dieser „Klavierlackartige“ Streifen dann auch farblich angepasst ist, gehe ich davon aus, dass es je nach Modell in einer anderen Farbe erstrahlt, aber bestimmt nicht in Weiß.

Auf der linken Seite befindet sich ein Knopf, um sich die aktuelle Statistik auf dem Display anzuschauen bzw. Aktivitäten manuell zu starten. Dieser hat einen guten Druckpunkt, steht weit genug heraus und sitzt gut im Gehäuse, wackelt also nicht. Auf der rechten Seite gibt es nichts.

Auf der Rückerseite dafür umso mehr. Damit ist die Seite gemeint, die auf der Haut liegt. Hier befindet sich zum einen der Anschluss für das Ladekabel und gleich drunter der optischer Herzfrequenzmesser (mehr zu diesem gibt es weiter unten bei „Tracking-Funktionen“).

Fitbit Charge HR - von vorn und hinten

Insgesamt ist der Charge HR sehr gut verarbeitet und vom Design ebenfalls stimmig. Fitbit gibt folgende Materialien an: Das Armband besteht aus einem flexiblen, haltbaren Elastomer (formfester, aber elastischer verformbarer Kunststoff) und der Verschluss ist aus chirurgischem Edelstahl, also rostfrei.

Rostfrei ist ein guter Übergang. Der Fitbit Charge HR ist nämlich schweiß-, regen- und spritzwasserresistent. Laut Fitbit sollte der Tracker aber jedoch nicht beim Schwimmen oder Duschen getragen werden.

Am Handgelenk / Tragekomfort

Wie fühlt sich der Tracker am Handgelenk an? Gute Frage, bei der die Antwort nicht auf jeden zutreffen wird. Jeder hat da seine eigenen „Leiden“. Also, das Material verursacht bei mir, selbst nach 24 Stunden, keinerlei negative Reaktion auf der Haut.

Wer den Tracker permanent im Einsatz hat, wie ich und zuvor keine Armbänder oder Uhren trug, wie ebenfalls ich, dem wird es am Anfang doch recht nervig sein oder eher gesagt sehr ungewohnt vorkommen. Das hat sich aber nach einem Monat gelegt.

Die Lochabstände für den Verschluss sind richtig platziert und genug sind ebenfalls vorhanden. Hat man den Charge HR in der richtigen Größe gewählt (S / L / XL), drückt auch nichts. Zu guter Letzt kommen wir zum Gewicht. Leicht, echt leicht, rund 30 Gramm, kann man absolut nicht meckern.

Akkuleistung

Ein wichtiger Punkt - die Akkuleistung. Laut Fitbit hält der Akku 5 Tage und das stimmt sogar. Je nach Nutzung kann die Laufzeit wesentlich kürzer ausfallen. Einige Tipps wie du das Maximum an Akkulaufzeit herausholst, erfährst du im Test unter „Charge HR Tipps“. Die Aufladezeit beträgt übrigens runde 1,5 bis 2 Stunden.

Tracking-Funktionen

Was trackt der Charge HR alles und wie genau macht er es, das erfährst du hier drunter für jede Tracking-Funktion.

  • Aktivitäten: Der Charge HR erkennt durch bestimmte Bewegungsmuster und der Herzfrequenz von ganz alleine, welcher Aktivität man nachkommt. Hierfür muss diese Aktivität aber mindestens 10 Minuten am Stück vorgenommen werden. Durch einen langen Druck auf die einzige Taste des Trackers, lassen sich darüber hinaus Aktivitäten selbst starten. Das automatische erkennen funktioniert ganz gut, die getrackten Aktivitäten können aber im Anschluss manuell (einmal) geändert werden (mehr dazu unter „Charge HR Tipps“).
  • Schritte: Rein technisch gesehen, schafft es kein Tracker der am Handgelenk getragen wird, die Schritte richtig zu zählen. Der Charge HR macht es aber dennoch recht gut, zumindest wenn man ihn mal austricksen möchte. Gemeint ist das Schütteln des Trackers, um zu sehen ob er Schritte zählt, der Charge HR kann hier ganz gut unterscheiden.
  • Etagen: Ähnlich wie bei den Schritten, doch hier habe ich das Gefühl, dass der Charge HR nicht so präzise ist. Beispiel: Bewusst nur 5 Etagen am Tag gelaufen, der Tracker zeigt aber 20. Nicht immer, aber manchmal nicht ganz korrekt.
  • Herzfrequenz: Ein sehr nützliches Feature ist der Herzfrequenzmesser, dieser bringt einige Vorteile mit sich. Durch das kontinuierliche Messen der Herzfrequenz (7/24) weiß man ganz genau in welcher Herzfrequenzzone man sich befindet. Besonders wichtig ist das, wenn man abnehmen möchte, denn hier sollte man beim Training möglichst in der Fettverbrennungszone sein, also bei 60 - 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Bei mir sind das beispielsweise 115 - 135 Schläge pro Minute. Also zu viel Action ist nicht gut, außer man hat andere Ziele.

    Ein weiterer Vorteil der kontinuierlichen Herzfrequenzmessung ist, dass der Kalorienverbrauch besser erfasst wird. Da nicht nur Bewegungen, wie Schritte zur Berechnung des Kalorienverbrauchs herangezogen werden, sondern auch die Herzfrequenz.

    Wie genau der optische Herzfrequenzmesser misst, kann ich nicht sagen, dafür müsste man es mit professionellen Gerätschaften vergleichen. Fitbit gibt zudem einige Tipps, um die Herzfrequenz so genau wie möglich zu erfassen (Siehe Charge HR Tipps). Optischer Herzfrequenzmesser?

    „Die Herzfrequenz kann auch optisch am Handgelenk gemessen werden. Das Gerät emittiert Licht, meist im grünen Wellenlängenbereich, in das Gewebe am Handgelenk und misst das reflektierte Licht. Da Blut Licht in diesem Wellenlängenbereich stark absorbiert, schwankt mit dem Pulsieren der Blutgefäße auch die gemessene Lichtintensität. Aus diesem Signal wird die Herzfrequenz bestimmt.“ @Wikipedia
  • Kalorien: Aus allen Aktivitäten und der Herzfrequenz ermittelt der Charge HR die verbrannten Kalorien. Damit das Feature wirklich nützlich ist, sollte man über die Fitbit-App oder die Weboberfläche ebenfalls angeben, was für Lebensmittel zu sich genommen wurden.
  • Strecke: Ebenfalls trackt der Charge HR die zurückgelegte Strecke am Tag. Die Genauigkeit hängt natürlich ganz davon ab, wie gut die Schritte, Etagen und Aktivitäten getrackt wurden.
  • Schlaf: Der Tracker erkennt den Schlafzustand, also ob man Wach oder Ruhelos ist und natürlich ob man tief und fest schläft. Kann ein nützliches Feature sein, muss es aber nicht. Für Übergewichtige vielleicht ganz interessant und für die Motivation gut, denn wer abnimmt, schläft in der Regel auch besser. Dies könnte sich in der Schlafstatistik Wiederspiegeln.

Fitbit-App

Die Fitbit-App ist für iOS, Android und Windows Phone verfügbar. Ich nutze den Charge HR in Verbindung mit der Android-App. Das koppeln des Trackers mit dem Smartphone ging sehr einfach und wurde über die App Schritt für Schritt sehr gut erklärt.

Fitbit Charge HR - Screenshots Android-App

Zudem stehen Apps bzw. Programme für Mac, Windows / Windows 10 bereit. Hier habe ich kurz die Windows 10-App auf meinem Notebook getestet. Sollte man einen Rechner mit Bluetooth besitzen, wird der Bluetooth-Dongle nicht benötigt um Daten zu synchronisieren.

Fitbit Charge HR - Screenshot PC

Sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Notebook werden die gesammelten Daten sehr schön und übersichtlich in Balken- und Kreis- Diagrammen graphisch dargestellt. Man wird auf den ersten Blick sehr gut über die Aktivitäten des Tages informiert.

Fazit

In meinen Augen macht der Charge HR das, was er mach soll ganz gut. Der Akku hält so lange, wie von Fitbit versprochen und die verfügbaren Apps liefern alle Daten übersichtlich aufbereitet. Das Hinzufügen von Aktivitäten und Lebensmitteln ist einfach, kann nach der Zeit aber ein wenig nervig werden, besonders wenn man seinen Kalorienverbrauch im Auge behalten möchte, was im Grunde aber nichts mit dem Charge HR zu tun hat, sondern eher mit der eigenen Motivation.

Negativ, aber kein Grund warum ich mir den Charge HR nicht noch einmal kaufen würde, ist das Display. Die Auflösung und Helligkeit ist völlig ok, nur verspricht man anhand der Produktbilder eine weiße Darstellung der Daten, was nicht so ist. Der Tracker ist insgesamt gut verarbeitet, nach einem Monat sieht man aber schon erste leichte Kratzer auf dem Display. Hier hätte ein anderes Material zum Einsatz kommen müssen.

Der Preis (schwankt zwischen 100 - 140 Euro) passt, besonders im Vergleich zu anderen Fitnesstrackern, die ebenfalls über einen optischen Herzfrequenzmesser verfügen. Wer darüber nachdenkt, ob er sich einen Fitbit Charge kauft oder einen Charge HR, dem würde ich, schon vom Preis her, eher zum Charge HR raten.

Charge HR Tipps

Maximale Akkulaufzeit:

  • Schalte „24-h-Synchonisierung“ aus. Spart nicht nur Akku vom Tracker, sondern auch z.B. vom Smartphone.
  • Zudem solltest du, wenn du die Features nicht unbedingt brauchst, „Anrufbenachrichtigungen“ und „Schnellansicht“ ebenfalls in den Einstellungen deaktivieren.
  • Schalte das Display nicht zu oft ein und schaue dir deine Statistik am Smartphone oder PC an, aber mach dies nicht zu oft am Tag, denn das Synchronisieren kostet auch Akku.
  • Zudem kannst du die kontinuierliche Herzfrequenzmessung ausschalten, was ich persönlich für sinnfrei halte, da es eine wichtige Funktion ist.

Genauere Daten:

  • Damit die erfassten Daten so genau wie möglich sind, solltest du automatisch erfasste Aktivitäten im Auge behalten, sowie manuell gestartete Aktivitäten gegebenenfalls anpassen. Denn es kann bei einer Radtour beispielsweise passieren, der Tracker erkennt die Aktivität als „Laufen“ oder allgemein als „Sport“. Änderst du die Aktivität zu „Mountain Biken“ oder „Radfahren im Freien“ werden auch die nicht gelaufenen Schritte entfernt bzw. dementsprechend angepasst.
  • Vermeide den Tracker zu schütteln. Beispielsweise beim Fensterputzen, hier empfiehlt sich den Tracker an den anderen Arm zu nehmen, der nicht so aktiv ist.
  • Um die Herzfrequenz noch genauer zu messen, sollte der Tracker eine Daumenbreite über dem Handgelenk sitzen, wenn nicht sogar drei Finger. Da der Blutfluss höher am Arm stärker ist und du dadurch unterumständen ein stärkeres Herzfrequenzsignal erhältst.

Zusatz Tipp:

  • In den Einstellungen lässt sich eine „Tippbewegungs“-Funktion aktivieren. Tippt man zwei Mal auf den Charge HR (auf der Display-Seite) öffnet sich eine ausgewählte Aktivität sofort.

Da es sich um meinen ersten Test für einen Fitness-Tracker handelt, bitte ich euch nachsichtig zu sein. Also fehlt noch etwas oder habt ihr Fragen, dann stellt sie mir gerne im Kommentarbereich.

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