LG G Flex 2: Das Smartphone mit der Kurve im Test

von Enrico 9 0 vor 2 Jahren am 31.05.2015
© androvid.de / LG G Flex 2

Eine Woche mit dem neuen LG G Flex 2, eine Woche das etwas andere Smartphone- Handling erleben. Was bleibt, welche Erfahrungen brannten sich ein und ob sich der Kauf lohn, erfahrt ihr in unserem Test zum LG G Flex 2.

Zu aller erst zur trockenen Theorie. Das G Flex 2 besitzt einen 2GHz Octa- Core Prozessor mit 64 Bit, passable 2 GB RAM Arbeitsspeicher, 16 GB internen Speicher, wovon etwa 9 ein halb Gigabyte effektiv genutzt werden können (der Rest gebührt vorinstallierten Apps und Android Lollipop) und ist per microSD auf bis zu 2TB erweiterbar. Der geschwungene Akku bietet eine Kapazität von 3000mAh.

Das G Flex 2 ist mit zwei Kameras ausgestattet, wobei die Hintere eine Auflösung von 13 Megapixeln (4160 x 3120 Pixel) und die kleine Vordere 2,1 MP liefert. Es unterstützt die Netzstandards LTE, HSDPA, UMTS und selbstverständlich EDGE und GSM. Für den kabellosen Datenaustausch ist NFC genauso an Bord wie Bluetooth 4.1 und WiFi Direct. Die Standortdaten werden standardmäßig über den mobilen Datenverkehr oder GPS ermittelt.

Das kurvige P- OLED- Display misst 5,5 Zoll und ist mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel versehen. All das ist im LG G Flex 2 in einer 152g schweren Hülle verpackt die 149 x 75 x 7 mm misst und ca. 9,5 mm dick ist. Soviel zu den technischen Details. Und da sag noch einer Zahlen währen langweilig und nichtssagend.

Verarbeitung und Haptik

Das Gehäuse des G Flex 2 besteht zwar aus Plastik, jedoch nicht aus schnödem Plastik. Es wahrt den Augenschein von gebürstetem Metall und fühlt sich hochwertig, fast schon leicht gummiert an. Dies liegt wahrscheinlich an seiner speziellen „Selbstheilungskraft“. LG verspricht, dass die Rückschale kleinere Kratzer selbst ausmerzt, eine kurze Regenerationsphase vorausgesetzt. Mein Eindruck: leider eine Mogelpackung. Alltägliche Gebrauchsspuren muss man auch hier hinnehmen wie sie sind. Zwar wurde das Gerät von mir keinem Härtetest unterzogen, doch nach einiger Zeit in der Hosentasche, im Rucksack oder auf dem Tisch während der Arbeit, zeigen sich bei näherer Betrachtung eben doch kleine Schlieren und Kratzer die nicht wie versprochen von selbst auf magische Weise verschwinden.

LG G Flex 2 Display Kuve

Durch den „Schwung“ liegt das G Flex 2 trotz seiner Größe gut in der Hand und kann, bis auf von Kindern und kleiner Frauenhände, gut einhändig bedient werden. Die Flexibilität mit der LG jedoch wirbt kann nur als im Ansatz erreicht angesehen werden. In der Gebrauchsanleitung schreibt der Hersteller noch, dass das Gerät flach um bis zu 180 Grad gebogen werden könne, jedoch nicht nach innen.

Würde bedeuten, dass man die Rückseite wie ein Sandwich zusammenklappen kann. Meine Empfehlung: wenn ihr euer Geld nicht zum Fenster herausgeworfen haben wollt, bitte nicht ausprobieren! Zwar verträgt es das Smartphone ohne Probleme wenn man sich versehentlich einmal darauf setzt, viel mehr sollte man dem G Flex 2 dann aber doch nicht zumuten.

LG G Flex 2 - Tasten hinten - Power-Taste

Das Smartphone besitzt insgesamt drei mechanische Tasten die allesamt an der Rückseite unter der Kamera positioniert sind. Der mittlere Knopf übernimmt quasi die Power- Funktion, während die Taster darunter und darüber Lautstärke und/ oder diverse Apps bedienen. Die Verarbeitung ansonsten ist gut und das Äußere trotz fehlender IP- Zertifizierung recht solide. Ein Manko bleibt allerdings noch: der Akku ist fest verbaut. Wie sollte es bei einem so extravaganten, geschwungenem Energieversorger auch anderes sein. Der eventuelle Austausch eben dieser Einheit bleibt dem Fachhändler ihres Vertrauens überlassen.

Performance

Dank Octa- Core läuft das OS flott, flüssig und stabil. Jedoch nicht ohne gehörig vom Saft zu schlucken. Trotz 3000mAh ist der Akku bei intensiver Nutzung nach spätestens 9 Stunden leer gesaugt. Bei moderatem Betrieb und limitiertem Surfverhalten hält das G Flex 2 dann aber doch knapp einen Tag durch.

Die Android- Anpassungen seitens LG ergänzen Lollipop (Auslieferungsversion 5.0) sinnvoll. Hierzu gehören eine Palette herstellereigener Apps und eine erweiterte Gestensteuerung die sich individuell anpassen lässt. Man sollte allerdings keine herausragenden Innovationen erwarten. Der Wecker oder eingehende Anrufe etwa lassen sich beispielsweise durch das umdrehen des Smartphones auf das Display zwar stumm schalten oder gar ablehnen, der Sprachassistent hingegen ist aber eher mäßig ausgestattet.

Das Display des G Flex 2 löst enorm kontrastreich und farbenfroh auf, ist gleichzeitig jedoch relativ dunkel. Bei starker Sonneneinstrahlung muss man schon sehr genau hinschauen um überhaupt etwas zuerkennen. Die Kamera auf der Rücksteite reagiert und speichert ziemlich schnell, die Schärfe der aufgenommenen Bilder geht auch noch in Ordnung, doch bei viel Tageslichteinfall fallen vor allem die verblassten Farben negativ auf. Bei Nacht ist das Bildmaterial dann aber ausreichend hell.

LG G Flex 2 - Front, Kamera, Sensoren

Videos nimmt das G Flex 2 wahlweise in 4K oder FullHD auf. Bei einer Auflösung von 720P ist sogar eine Zeitlupenaufnahme mit 120 Bildern pro Sekunde möglich. Die Front- Kamera hingegen erreicht nur ein dezimiertes Qualitätsniveau. Klar, ist ja auch nur eine kleine Digicam mit ca. 11MP weniger (2,1 MP).

Was die Empfangseingenschaften und die Sprachqualität bei Telefonie anbelangt, zieht das Smartphone mit anderen vergleichbaren Geräten in etwa gleich.

Mein Fazit

LGs kurviges Oberklasse- Smartphone hält nur begrenzt was es verspricht. G Flex 2, die Betonung liegt auf „Flex“, ist nicht ganz so flexibel und kratzfest wie es der Hersteller gerne hätte oder bei seinen potentiellen Kunden anpreist. Ich persönlich finde, dass die geschwungene Form etwas für sich hat und teilweise sogar ganz praktisch ist. Was mir nämlich auffiel: durch die Kurve im Display wird es Reflexionen erschwert zu entstehen. Das Gerät liegt gut in der Hand und die Bedienung gefällt, spätestens sobald man sich an die ungewöhnliche Form gewöhnt hat. Außerdem ist das Smartphone im Alltag ein echter Hingucker.

LG G Flex 2 - Front

Zum Ende also nochmal im Schnelldurchlauf: Die Performance ist überdurchschnittlich bis Top, die Akkulaufzeit trotz der Größe des Akkus jedoch leider nur mäßig, Foto- und Videoqualitäten befinden sich im befriedigendem Mittelfeld. Was Materialwahl und Handling anbelangt, da sollte sich jeder sein eigenes Bild machen. Dem einen liegt Metall mehr, dem anderen ist Metall zu kalt und zu hart. Der eine findet Plastik billig, der andere schätzt Plastik ob seiner vielen Einsatzmöglichkeiten und Eigenschaften. Die Verarbeitung ist jedenfalls, wie für dieses Preissegment üblich, erhaben. Apropos Preis: die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt momentan bei 649 und Null €.

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