Star Wars Battlefront: Die Macht im Test

von Enrico 3 0 vor 1 Jahr am 17.12.2015
© Electronic Arts

Seit nunmehr einem Monat ist Star Wars Battlefront am Start und passende zum heutigen Kinostart von Star Wars: Das Erwachen der Macht bekommt ihr von mir den Test zum Shooter.

Gut zehn Jahre liegt das letzte große Schlachtfest aus dem Star Wars- Universum für PC und Konsolen bereits zurück. Ende Oktober 2005 erschien Star Wars: Battlefront 2. Quasi eine ganze Dekade haben Hobby- Jedi's, Sith, Kopfgeldjäger, Rebellen, Sturmtruppler und all die anderen Fans hoffnungsvoll auf eine Fortsetzung gewartet. Nun, gut vor einem Monat, war es endlich soweit. Hat sich die Wartezeit gelohnt?

Die Macht möge mit uns sein

Ganz ehrlich? Um es an dieser Stelle vorweg zunehmen: die Wartezeit hat sich gelohnt! Wohl kaum ein Game ahmt die Atmosphäre und das Feeling unmittelbar in einem Galaxie umspannenden Konflikt aus der Star Wars- Saga geraten zu sein so gekonnt nach, wie Star Wars Battlefront.

Am Himmel jagen sich gegenseitig X-Wing und Tie Fighter, im Orbit stehen sich Sternzerstörer und Schlachtschiffe der Rebellen- Allianz gegenüber und am Boden der Planeten tobt sprichwörtlich der Teufel zwischen Kampfläufern der AT-ST und AT-AT Klassen. Imperialisten und Rebellen bekämpfen sich mit Blaster´n, Ionengranaten und schweren Laser- Geschützen. Sie bewerfen sich mit Thermal-Detonatoren und verfolgen sich mit Swoop Bikes. Wo man hinsieht, herrscht Chaos das es rummst.

Grafik und Inszenierung

Die Grafik spielt auf momentan ganz hohem Niveau. Zwar ist es um die Weitsicht gerade auf den verschneiten Eisfeldern von Hoth nicht all zu gut bestellt, doch sonst glänzt was glänzen soll oder besser gesagt, der Wiedererkennungswert der Truppen, Vehikel, Helden und Schurken aus den Filmen ist enorm.

Star Wars Battlefront Endor

Die Map´s erstrahlen förmlich vor Detailreichtum und Charme. Jeder ist anders und absolut individuell. Egal ob man gerade über die Sanddünen von Tatooine hastet, sich durch die Hangar- Katakomben von Sullust schlägt, wie vom Wampa gejagt über die Gipfel von Hoth gehetzt wird oder sich einfach nur mal staunend die Flora auf Endor zu Gemüte führt, die Authentizität ist bombastisch. Man möchte fast sagen: „Ich glaub ich steh im Wald“. Die Charaktere, Fahrzeuge, Waffen und Infanterieeinheiten sind fein modelliert und texturiert. Die Animationen und explosiven Waffeneffekte wirken realistisch und sind teilweise atemberaubend und fantastisch. Grafisch und inszenatorisch ist Star Wars Battlefront eine Wucht.

Umfang und Modi´s

Die Ausstattung kann sich für einen Shooter durchaus sehen lassen. Zwar fehlt eine Solo- Kampagne komplett, jedoch trumpft der Multiplayer mit einer ganzen Armada kurzweiliger Modi's auf. Es gibt insgesamt 10 mögliche Spielweisen (weitere Map's und Modi's sind in Planung): Gefecht, Vorherrschaft, Fracht, Abwurfzone, Droidenalarm, Kampfläufer-Angriff, Jägerstaffel, Heldenjagt, Held vs. Schurken und seit neuestem Wendepunkt.

Star Wars Battlefront Gefecht

Gefecht ist der klassischste Multiplayer- Modus, zehn gegen zehn. Wer in der vorgegebenen Zeit die meisten Token sammelt, sprich die meisten Abschüsse verbuchen kann, gewinnt die Runde. Bei Vorherrschaft geht es darum die gegnerische Partei vom Schlachtfeld zu vertreiben. Hierbei können auch spezielle Charaktere (sogenannte Helden) und Fahrzeuge wie diverse Fighter verwendet werden, je nachdem wie viel Glück man beim einsammeln verschiedener Power-Ups hat und wie erfolgreich man sich anstellt. Hier ist die Map recht voll, da sich bis zu vierzig Spieler gleichzeitig auf ihr tummeln können. Fracht ist dem bekannten Capture the Flag- Prinzip entlehnt bei dem zwei Teams bestehend aus jeweils 6 Streitern gegeneinander antreten.

Abwurfzone funktioniert ähnlich, nur dass ihr hier zu acht Versorgungskapseln sammelt. Das Team mit den meisten gewinnt die Runde. Bei Droidenalarm jagt man namensgebend drei mobile Droiden, erobert und verteidigt diese gegen das rivalisierende Team (bestehend aus 6 Personen).

Der Modus Kampfläufer-Angriff entspricht in groben Zügen der Vorherrschaft, nur dass man es hier noch mit vorrückenden AT-AT's zu tun bekommt. Während die Imperialisten ihre schweren Kriegsmaschinen bis aufs Blut zu verteidigen versuchen, ist es das Ziel der Rebellen diese am Vorrücken zu hindern.

Dieser Modus ist ein echtes Highlight, da hier praktisch alles vertreten ist was das Star Wars- Universum aufzubieten hat. Bis zu 20 Man(n) pro Team schlagen sich nicht nur mit ihren standardmäßigen Widersachern rum, sondern müssen sich auch noch feindlichen Helden, AT-ST's und T-47 Airspeeder'n erwehren. Ein wahres Schlachtfest!

Star Wars Battlefront - Helden vs. Schurken

Bei der Heldenjagt bzw. Helden vs. Schurken bekriegen sich gemischte Teams aus Infanterieeinheiten und speziellen Star Wars- Charakteren abwechselnd und rundenbasierend untereinander. Hierbei sind 8 bis 12 Spieler pro Runde zugelassen.

Im Multiplayer Jägerstaffel bekämpfen sich die zwei Teams bestehend aus jeweils 10 Kampfpiloten aus den Cockpits der bekannten Star Wars- Raumjäger heraus. Diese Modi bringt vor allem Abwechselung, rasante und spannende Dogfights und das pure Ambiente der beliebten orbitalen Massenschlachten genau auf den Punkt.

Der Modus Wendepunkt ist der neueste und funktioniert ähnlich dem der Kampfläufer-Angriff. Nun geht es erstmals auf den neu hinzugekommenen Planeten Jakku zur Sache, der einem wie ein gigantisches, von Trümmerteilen zerpflückten Schlachtfeld auf Tatooine vorkommt. Zwanzig Kämpfer pro Team, Fahrzeuge, Heldeneinsatz, schwere Geschütze und Non-Stop-Action alles wie gehabt. Die Imperialen verteidigen ihren Außenposten während die Rebellen mit aller Macht versuchen genau diesen für sich einzunehmen.

Für Solisten wurden zusätzlich noch die ein oder andere Trainingseinheit, wie zum Beispiel einen X-Wing durch die Bettlerschlucht auf Tatooine im Kampf gegen feindliche Tie Fighter zu peitschen, oder diverse Missionen geschaffen. Ganz klar: der Hauptaugenmerk bei Star Wars Battlefront liegt hier auf den Multiplayer- Schlachtspektakel.

Handling und Individualisierung

Neben den beschrieben Modi's gibt es wie erwähnt allerlei Kriegsgerät: AT-ST's, T-47, X-Wing, Tie Fighter, Swoop Bikes, stationäre Laser-MG's und bewaffnete Gefechtstürme um nur einige zu nennen. Alle steuern sich einzigartig, relativ ausgewogen und intuitiv. Richtig Stimmung kommt auf wenn man erst einmal einen der sogenannten Helden (oder Schurken) steuern darf.

Insgesamt gibt es bisher sechs. Der Jedi- Ritter Luke Skywalker, Schmuggler Han Solo und Prinzessin Leia auf Seiten der Rebellen- Allianz; für das Imperium stehen stellvertretend der dunkle Sith- Lord Darth Vader, Imperator Palpatine und der Kopfgeldjäger Boba Fett zur Verfügung.

Star Wars Battlefront - Helden vs. Schurken

Jeder ist hier ganz individuell aufgebaut, hat seine eigenen Stärken und Schwächen, Vor- und Nachteile. Während Skywalker, Vader und Palpatine voll und ganz auf ihre Verbundenheit mit der Macht und ihrem Können im Umgang mit dem Lichtschwert vertrauen, verwenden Solo, Leia und Fett spezielle, effektive Waffensysteme und andere einzigartige Fähigkeiten. Boba Fett beispielsweise nutzt seinen aus den Filmen bekannten Jetpack um sich schnell und gekonnt über die Map zu manövrieren und Han Solo wendet einen beherzten Tackle (Schulterangriff) an um sich Freiraum zu verschaffen und seine Gegner zu Boden zuwerfen.

Auf den Map´s sind weiträumig zudem sogenannte Power-Ups verteilt. Mit diesen lassen sich diverse Waffen und Verteidigungssysteme nutzen/ aktivieren. Darunter versteht man zum einen offensive Gegenstände, wie zum Beispiel die Ionengranaten oder eine Selbstschussanlage und defensive Waren wie das Körperschild oder ein stationäres Strahlenschutzschild.

Star Wars Battlefront Power-Ups

Außerdem kann man im Laufe des Spiels für seinen Soldaten weitere Individualisierungen und Bewaffnungen verdienen, die man zunächst durch das aufsteigen von Rängen freischaltet und sich schließlich mit Credits erwerben kann. Hierzu gehören diverse Blaster und Laser- Gewehre, neue Outfits und Panzerungen (rein optischer Natur) und die begehrten Sternkarten für die Hand. Mit diesen Sternkarten lassen sich spezielle Aktionen durchführen und Waffen kurzzeitig nutzbar machen.

Thermal-Detonatoren, Ionentorpedos, Kühlzellen, Sprungpack's, Rauch- & Blendgranaten gehören genauso dazu wie beispielsweise ein Leibwächter, Sperrfeuer oder das Scharfschützengewehr und etc. Es wird also dafür gesorgt, dass es einem nicht allzu schnell vor Langeweile graust.

Fazit

Nie sah ein Star Wars- Game optisch dermaßen gut aus, nie wurde die atmosphärische Dichte und Spannung der galaktischen Raumkämpfe besser eingefangen. Während eines Gefechts ist man nicht nur mitten in irgendeiner Schlacht, sondern direkt im Kosmos der Star Wars- Saga integriert. Die Authentizität der Lizenz, die Spannung des Kriegsgeschehens und die kleinen aber feinen Innovationen machen Star Wars Battlefront zu einem Fest für jeden Fan der Reihe. Und mal ganz davon abgesehen hat man stets die Wahl zwischen der für dieses Genre klassischen First-Person-Sicht oder der aus anderen Spielen bekannten Third-Person-Perspektive. Davon könnten sich andere Shooter ruhig mal eine Scheibe von abschneiden.

Doch wenn man erst einmal mit Darth Vader eine Gegnerhorde nach der anderen mit seinem Lichtschwert zerteilt hat und den nächstgelegenen Rebellen mit seinem telekinetischen Macht-Würgegriff packt, ist das alles Schnee von vorgestern. Man möchte seinen Feinden und Verbündeten nur noch zurufen: kniet nieder vor der dunklen, verdammt nochmal guten Seite der Macht.

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